Maienregen

S. Westendorp

Du hast Deine warme Seele

Um mein verwittertes Herz geschlungen,

Und all seine dunklen Töne

Sind wie ferne Donner verklungen.

Aber es kann nicht mehr jauchzen

Mit seiner wilden Wunde,

Und wunschlos in Deinem Arme

Liegt mein Mund auf Deinem Munde.

Und ich höre Dich leise weinen,

Und es ist – die Nacht bewegt sich kaum –

Als fiele ein Maienregen

Auf meinen greisen Traum.