Unaufhörlich fällt ein frischer Regen
S. Westendorp
Unaufhörlich fällt ein frischer Regen
Auf das durstige Erdreich und auf meine Haut.
Ich will mich mitten in der Weltenmitten legen,
Bevor der Mensch und auch das Tier wird laut.
Ich wachse wie das Blatt im Wassersegen
Und ehe noch der frühe Morgen graut,
Bin ich ein Wald, und Sonne säumt auf meinen Wegen,
Da ich auf ewigen Wandel mich hab aufgebaut.
So ungeklügelt, ohne zu erwägen,
Wächst gottentsprossen selbst das ärmste Wegekraut,
Nur die »Erkenntnis« liegt im menschlichen Vermögen.
Doch sie zur letzten Deutlichkeit zu pflegen –
Vermag man, wenn der Zapfen aller Überhebung taut.