Meine Wünsche
S. Westenholz
Die Erde ist so groß und hehr,
Man sieht mit Lust sie an,
Und wer sie ganz besässe wär'
Ein überreicher Mann:
Doch hätt' ich genug für meinen Sinn
An einem kleinen Fleckchen drinn.
Und dieses Fleckchen wählte ich
Auf einem Hügelchen,
Von dem ich könnte rund um mich
So recht in's Freie sehn,
Um von der lieben Erde Plan
So viel zu sehen als ich kann.
Auf diesem Fleckchen stünde dann
Ein Häuschen nett und Klein,
Da nistet ich zu friedner Mann;
Mit Weib und Kind mich ein:
Denn leben ohne Weib und Kind
Heisst mühsam segeln ohne Wind.
Und hätt' ich noch ein Gärtchen dran
So baut ich es mit Fleiss;
Das gäbe Kraut und Kohl mir dann
Für meinen baaren Schweiss.
Und legte manchen Pfirsischkern:
Denn Weib und Kinder naschen gern.
Und hätt ich auch so nebenbei
Mein gutes Fässchen Wein,
So reisste wohl kein Freund vorbei
Er spräche bei mir ein:
Wir sähen froh ihm ins Gesicht,
Und zählten ihm die Gläser nicht.
Nur sei um mich des all zu freun,
Mir noch ein Gut bescheert,
Ein Gut o mehr, als Freund und Wein,
Und Haus und Gärtchen werth!
Die Freiheit! Wenn mir die gebricht,
So brauch ich alles andre nicht!