Lied für reisende Liedertäfier

S. Zimmermann

Über Stock, über Stein,

drein, drein, ohne Bewußtsein;

knackts, brichts, wirfts um,

ich sitze stumm;

meiner Blicke einzige Sprache

ist ewiges Wachen,

ein nordischer Tag ohne Nacht

in hallender rastloser Jagd.

Der Schweißfuchs trabt,

der Braune hinkt,

das Sattelpferd springt --

ein Heimchen noch singt:

Halt still, wie mir's das Herz erlabt.

Der Schwager sagt:

Wir sind gleich da,

wir sind gleich da! --

Das Posthorn klagt:

Die Hände riß ich auseinander,

die Herzen zerreiß ich elende,

und wandre hin und zurück:

dies ist Geschick.

Berge ihr hemmenden,

neblig beklemmenden,

Berge ihr trennenden,

abendlich brennenden,

seid mir nun nah,

und wir sind nah

und wir sind da.