Abschied

Schönberg, Arnold

Aus den Trümmern einer hohen Schönheit

Laß mich bauen einen tiefen Schmerz.

Weinen laß mich aus den tiefsten Schmerzen

Eine Träne, wie nur Männer weinen.

Und dann geh!

Und nimm noch ein Gedenken heißer Liebe,

Freudig dir geschenkt;

Ewig mein bleibt, was du mir gelassen;

Meiner Wehmut sternloses Dunkel.

Und dann geh!

Und laß mich stumm erstarren;

Du zieh fürder deine helle Bahn,

Stern der Sterne! frage nicht nach Leichen!

Sieh', mir naht der hehr'ste Göttertröster,

Meine selbstgebor'ne Urgewalt.

Tief in mir die alte Nacht der Nächte

Weitet sich zur großen Weltumnachtung.

Der Alleinheit schwere Trümmer,

Schmerzen wachsen, wachsen zur Unendlichkeit.

Sieh! Ich selber werde Nacht und Schönheit.

Allumfassend unbegrenztes Weh!

Ziehe weiter, heller Stern der Sterne.

Unerkannt, wie meine große Liebe;

Dunkel schweigend, wie die großen Schmerzen,

Wo du wendest, wo du siegend leuchtest,

Stets umwogt dich meine große Nacht!