Jane Grey
Schönberg, Arnold
Sie führten ihn durch den grauen Hof,
Daß ihm sein Spruch gescheh';
Am Fenster stand sein junges Gemahl,
Die schöne Königin Grey.
Sie bog ihr Köpflein zum Gitter heraus,
Ihr Hals erglänzte wie Schnee;
Er hob die Fessel klirrend auf
Und grüßte sein Weib Jane Grey.
Und als man den Toten vorübertrug,
Sie stand damit sie ihn seh';
Drauf ging sie freudig denselben Gang,
Die junge Königin Grey.
Der Henker, als ihm ihr Antlitz schien,
Er weinte laut auf vor Weh,
Dann eilte nach in die Ewigkeit
Dem Gatten Königin Grey.
Viel junge Damen starben schon
Vom Hochland bis zur See,
Doch keine war schöner und keuscher noch
Als Dudleys Weib Jane Grey.
Und wenn der Wind in den Blättern spielt
Und er spielt in Blumen und Klee,
Dann flüstert's noch oft vom frühen Tod
Der jungen Königin Grey.