Mondestrunken

Schönberg, Arnold

Den Wein, den man mit Augen trinkt,

Gießt Nachts der Mond in Wogen nieder,

Und eine Springflut überschwemmt

Den stillen Horizont.

Gelüste schauerlich und süß,

Durchschwimmen ohne Zahl die Fluten!

Den Wein, den man mit Augen trinkt,

Gießt Nachts der Mond in Wogen nieder.

Der Dichter, den die Andacht treibt,

Berauscht sich an dem heilgen Tranke,

Gen Himmel wendet er verzückt

Das Haupt und taumelnd saugt und schlürft er

Den Wein, den man mit Augen trinkt.