Aus alten Märchen winkt es

Stefan Heucke

Aus alten Märchen winkt es

Hervor mit weißer Hand,

Da singt es und da klingt es

Von einem Zauberland;

Wo bunte Blumen blühen

Im gold'nen Abendlicht,

Und lieblich duftend glühen,

Mit bräutlichem Gesicht;

Und grüne Bäume singen

Uralte Melodei'n,

Die Lüfte heimlich klingen,

Und Vögel schmettern drein;

Und Nebelbilder steigen

Wohl aus der Erd' hervor,

Und tanzen luft'gen Reigen

Im wunderlichen Chor;

Und blaue Funken brennen

An jedem Blatt und Reis,

Und rote Lichter rennen

Im irren, wirren Kreis;

Und laute Quellen brechen

Aus wildem Marmorstein.

Und seltsam in den Bächen

Strahlt fort der Widerschein.

Ach, könnt' ich dorthin kommen,

Und dort mein Herz erfreu'n,

Und aller Qual entnommen,

Und frei und selig sein!

Ach! jenes Land der Wonne,

Das seh' ich oft im Traum,

Doch kommt die Morgensonne,

Zerfließt's wie eitel Schaum.