Des Kosaken Heimritt

T. Oesten

Mädchen, liebes Deutsches Mädchen,

Komm' an's Fenster, laß dein Rädchen,

Laß die Nadel und das Fädchen,

Sieh Kosaki an!

Schlank auf schlankem Pferdchen sitzend,

Hell in Silberwaffen blitzend,

Gute Freunde flink beschützend,

Singt er sich heran.

Weißt? In vor'gen Jahres Mitten

Kam Kosaki auch geritten,

Und da ward noch heiß gestritten

Mit entbranntem Muth.

Liebe Mädchen weinten, zagten,

Doch wir späh'ten, doch wir wagten,

Bis wir all' die Feide jagten:

Hei Franzus caput!

Ja in mancher Kampfesreise

Späht' ich auf Kosaken-Weise,

Trabte still zurück und leise,

Brachte Kunde fein.

Dann brach Preußens [Cavallerja

Rüstig vor auf Infanterja,

Nahm Gefang'n'und Artillerja,]

Ich stach hinterdrein.

Und nun reit' ich lustig wieder,

Berg hinauf und Berg hernieder,

In das Land der süßen Lieder,

Nach Tscherkaskoi's Pracht.

Küß' dann, Bräutchen, küß' mich heute!

Morgen zeig' ich blanke Beute,

Und dann staunt die Hocherfreute,

Nickt mir zu und lacht.

Bald soll dich die Hochzeit kränzen,

Bald in Frankenschmuck du glänzen,

Und da dreh'n wir uns in Tänzen

Zier nach Landesbrauch,

Danken Gott, der Sieg gegeben,

Lassen hoch den Kaiser leben,

Fridrich Wilhelm auch daneben,

Und brav Prußki auch.