Die drei Zigeuner

Toni Edelmann

Drei Zigeuner fand ich einmal

Liegen an einer Weide,

Als mein Fuhrwerk mit müder Qual

Schlich durch sandige Heide.

Hielt der eine für sich allein

In den Händen die Fiedel,

Spielt', umglüht vom Abendschein,

Sich ein feuriges Liedel.

Hielt der zweite die Pfeif' im Mund,

Blickte nach seinem Rauche,

Froh, als ob er vom Erdenrund

Nichts zum Glücke mehr brauche.

Und der dritte behaglich schlief,

Und sein Zymbal am Baum hing;

Über die Saiten der Windhauch lief,

Über sein Herz ein Traum ging.

An den Kleidern trugen die drei

Löcher und bunte Flicken;

Aber sie boten trotzig frei

Spott den Erdengeschicken.

Dreifach haben sie mir gezeigt,

Wenn das Leben uns nachtet,

Wie man's verraucht, verschläft, vergeigt,

Und es dreifach verachtet.

Nach den Zigeunern lang' [noch schaun

Mußt ich] im Weiterfahren,

Nach den Gesichtern dunkelbraun,

Den schwarzlockigen Haaren.