Am Ufer der Yo-Yeh
V. Andreae
Zwischen hohem Schilf in zierlichen Böten
Pflücken Mädchen Lotosblumen ihren Eltern zum Gebinde;
Bespritzen sich und zwitschern in tausend Nöten;
Ihre duftenden Ärmel wehen im Winde.
Oberhalb des Ufers durch die Weiden reiten mit galantem Rufe
Schöne Jünglinge zu dritt und viert.
Plötzlich bäumt ein Pferd, geht durch und galoppiert,
Und die gefallenen Blüten zerknirschen rasende Hufe.
Das eine Fräulein äugt entsetzt dem Pferde nach, und zart
Schlägt plötzlich dunkle Angst ihr Blut ins Angesicht --
Sie scheint ein roter Edelstein, der sich in schillernden Facetten bricht
Und den die gold'ne Fassung künstlich nur bewahrt.