Sommernacht
V. Becker
Das rauscht und klingt in den Zweigen,
Leuchtkäfer schwirrt darein,
Als tanzten den nächtichen Reigen
Die Elfen im Mondenschein.
Berauschend duftet der Flieder, --
Die Nachtigall flötet dazu
So süße, klagende Lieder
Und raubt mir Frieden und Ruh'!
Es lockt aus erstickenden Räumen
Mich unwiederstehlich hinaus,
Zu suchen in wonnigen Träumen
Des Waldes luftiges Haus.
Da kommt durch die Blätter gezogen
Mit leisem Hauche der Wind,
Es kühlet sein schmeichelndes Wogen
Die glühende Wange so lind.
Und wie mein Aug' zu den Sternen
Hoch oben am Himmel schweift,
Das Herz nach dem Freude, dem fernen,
Ein schmerzliches Sehnen ergreift.
Ach, könntest in zaubrischer Stunde,
Mein Lieb, mir nahe du sein,
Dem seligsten Liebesbunde
Erglänzte des Mondes Schein!