Frühlingslied

V. Herbert

Mir Frühlingsglanz in Blüthenschnee

erdämmert das Thal hervor,

im Walde wandeln Hirsch und Reh

im Morgenne belflor!

Es winkt am hellen Himmelssaum

das Frühroth schon von fern,

es schwindet wie ei Mainachttraum,

der holde Morgenstern!

Und Lerche singt und Nachtigall

von Liebe und seeliger Zeit,

sie wissens wohl, sie wissens all'

ich lieb' dich, du herrliche Maid!

Der Sonne Gluth küsst von der Hoh'

und kleidet wie mit Gold

den stillen aber tiefen See,

als wär's ihr Liebchen hold!

Ein leiser Wind zieht durch den Hain

das Fruhroth schon von fern,

und säuselt in ihr Kämmerlein

ein Lied von Liebesweh!

Der Bäume Kronen neigen sich,

ein Echo erhallt in die Weit;

es klingt so wonne inniglich

ich lieb' dich, du herrliche Maid!