Das stille Weh
Nessler, Victor
In deinen schönen Augen
seh' keine Trän' ich mehr
Und bist ja doch so trostlos,
von Gram dein Herz so schwer.
Einst prangten wohl die Blüten
der Lust für dich empor,
Aus jeder Blume winkte dir
Freude sanft hervor.
Da kam auf Sturmesflügeln
der Schmerz mit heißer Glut,
Verbrannte Blüt' und Blumen;
gebrochen war dein Mut.
So ist auch nun vertrocknet
der heil'ge Tränenquell,
Dein Auge starrt so trübe,
war einst so mild und hell.
Nun sollst du wieder weinen,
wenn mich der Tod erreicht;
Für den, der heiß dich liebte,
find'st Tränen du vielleicht.