Dauernder Frühling

V. Tomášek

Die schattigen Äste

voll sumsender Gäste

die Blüten in wonniger Luft.

Umkosten Selinde

und mich mit dem linden

Maihauche und rosigem Duft.

Sonne umstrahlte,

die Rose ummalte

der Lieblichen Wange so schön,

den Busen macht beben

und fallen und heben

der Weste erquickendes Wehn.

Jetzt ist nur zu schauen

auf Hainen und Auen

das eisige Wintergewand.

Jetzt rasen die Winde;

doch ich und Selinde,

wir halten den Frühling gebannt.

Vom züchtigen Kosen

erbebt sie, und Rosen,

die schau ich der Wange entblühn,

drum können uns beiden

im Winter die Freuden

des Lenzes doch nimmer entfliehn.