Der Nachtigall letzter Gesang

V. Tomášek

Am Wiesenbach im stillen Tal

wohnt traulich eine Nachtigall,

sie wachte treu, sang lieb und klar,

bis daß entschlief der Kindlein Schar.

Ein Strom aus finstern Wolken quoll,

daß laut der Sturz vom Felsen scholl,

daß hoch das Bächlein übervoll

empor zum Nestlein schwoll.

So sterbe ich, ruft sie betrübt,

mit dem, mit dem, was ich geliebt.

Und höher und wilder, auf wüster Bahn

erbrausen und schwellen die Wogen an.

Sie schlagen hoch, sie haucht betrübt:

mit dem, mit dem, was ich geliebt.