Ich denk' an Tage, längst vergangen

W. Aletter

Im Garten blüht am Strauch der Flieder,

die Flur erglänzt im Sonnenschein,

ein neues Leben regt sich wieder;

verlassen bin nur ich allein.

Nicht freut mich mehr des Frühlings Prangen

mit seinem reichen Blütenflor;

ich denk' an Tage, längst vergangen,

und an ein Glück, das ich verlor.

Ein schön'rer Frühling war gekommen,

als mir dein Herz entgegenschlug,

wo meine Brust, in Lieb' entglommen,

der Zukunft schönste Hoffnung trug.

Wir hielten zärtlich uns umfangen,

die Vögleich jubelten im Chor;

ich denk' an Tage, längst vergangen,

und an ein Glück, das ich verlor.

Dir ward wohl längst an and'rem Herzen

zur Wahrheit der ersehnte Traum;

es kümmern dich nicht meine Schmerzen,

denn meiner denkst du jetzt noch kaum.

Bleich und gefurcht sind meine Wangen,

eh' sie das Alter sich erkor;

ich denk' an Tage, längst vergangen,

und an ein Glück, das ich verlor.