Fischerlied

W. Baumgartner

Wer gleichet uns freudigen

Fischern im Kahn?

Wir wissen die schmeidigen

Fische zu fahn.

Wir sitzen, und schweben

Geflügelten Lauf;

Wir tanzen, und heben

Die Füsse nicht auf.

Bald hauchen uns säumende

Lüftchen ans Ohr,

Bald heben uns schäumende

Wogen empor.

Dann brüllt es an Klippen

Und Felsen hinan,

Dann schüttern die Rippen

Dem taumelnden Kahn.

Dess lachen wir rüstigen

Kerle jedoch,

Und winken die listigen

Fischlein ins Joch.

Dem Schose des Meeres,

So grimmig es scheint,

Dem traun wir, als wär' es

Mit Planken umzäunt.

Wir fahren mit sinkendem

Monde hinaus,

Und kommen mit blinkendem

Kahne nach Haus.

Uns geben die Netze

Frühmorgens gestellt,

Lebendige Schätze,

Und Abends schon Geld.

Wohl bergen uns schützende

Hütten die Nacht,

Bis wieder das blitzende

Sternchen erwacht,

So geht es, und nimmer

Gehts anders als gut;

Ein Fischer hat immer

Gar fröhlichen Muth.