Frühlingsregen

W. Baumgartner

Ich lausche in das mitternacht'ge Schweigen,

mein Auge wacht;

es rauscht der Regen in bewegten Zweigen

so heimlich sacht,

Natur weint wieder voll von süßen Schmerzen

sich aus einmal,

wie eine Jungfrau weint aus tiefem Herzen

in Sehnsuchtsqual.

Doch mit dem Morgen trocknet sie die Thränen,

ihr Antlitz lacht,

und Niemand ahnt und weiß dann um ihr Sehnen

in stiller Nacht.