Man muß sterben, weil man sie kennt

W. Bitter

„Man muss sterben weil man sie kennt.” Sterben

an der unsäglichen Blüte des Lächelns. Sterben

an ihren leichten Händen. Sterben

an Frauen.

Singe der Jüngling die tödlichen,

wenn sie ihm hoch durch den Herzraum

wandeln. Aus seiner blühenden Brust

sing er sie an:

unerreichbare! Ach, wie sie fremd sind.

Über den Gipfeln

seines Gefühls gehn sie hervor und ergießen

süß verwandelte Nacht ins verlassene

Tal seiner Arme. Es rauscht

Wind ihres Aufgangs im Laub seines Leibes. Es glänzen

seine Bäche dahin.

Aber der Mann

schweige erschütterter. Er, der

pfadlos die Nacht im Gebirg

seiner Gefühle geirrt hat:

schweige.

Wie der Seemann schweigt, der ältere,

und die bestandenen

Schrecken spielen in ihm wie in zitternden Käfigen.