Blumen

W. Bradsky

Die schmachtende Äster will ich nicht,

Die buhlt mit dem Gott der Sonnen,

Der Tulpe, der lüsternen Dirne, bin

Ich meidend längst entronnen;

Die Primel ist eine Bauernmagd,

Und Veilchen im Orden der Nonnen; --

Um die liebliche Rose werb ich allein,

Die Königin der Wonnen.

Die Winde ist ein loses Ding,

Trägt nach zu Vielen Verlangen,

Ringt sich und schlingt sich um jede Hand,

Wolfsbeere ist gar zum Erhangen;

Ich will auch die Immortelle nicht,

Läßt trauernd das Köpfchen hangen; --

Um die liebliche Rose werb ich allein,

Mit ihren rosigen Wangen.

Die Lilie, wie eine Heilige ganz

In Weiß, die geb ich verloren.

Und Gänseblümchen, rothgetüpft,

Ist mir zu niedrig geboren.

Syringe ist süß, aber vielverliebt,

Nareisse dem Bienchen verschworen; --

Ich habe die liebliche Rose mir,

Die Schönste von allen erkoren.