Schlaf wohl
W. Eckardt
Ich habe mit Bangen und Grauen
Die tiefe Mitternacht,
Dein treues Bild im Herzen,
Und trauernd herangewacht.
Es ist gar müde geworden
Das Auge, das Tränen vergießt,
Und banger drohen die Stunden,
Wann erst es der Schlummer verschließt.
Es lauern die bösen Träume
Verwirrend des Menschen Sinn,
Es beugen die Nachtgespenster
Versuchend sich über ihn hin.
Schlaf wohl! schlaf wohl! mein Geliebter,
Ich grüße dich inniglich;
Ich will zu dem Vater beten,
Will beten für dich und mich:
Erlaß uns unsere Schulden,
Wie selbst wir andern getan;
Entferne von uns den Versucher,
Verschließ uns des Bösen Bahn;
Dein heiliger Wille geschehe
Auf Erden, der unsere nicht;
Geheiliget werde dein Name,
Und komme dein Reich und das Licht.