Die Betrogenen

W. Goethe

Von diesen Sachen, Mädchen, sprich,

Was dir zumeist gefällt,

Denn so gefällt's auch sicherlich

Der, die's von mir erhält.

Sie hört es mit beglücktem Sinn,

Doch was sie wählt ist klein;

Er zählt die blanken Thaler hin,

Der Jude streicht sie ein.

Ja wohl, ja wohl, betrogen sind

Mit Einem Kauf die drei:

Ach Gott, ach Gott, das arme Kind

Meint, daß es für sie sei.

Der Herr betrogen um sein Geld,

Er kauft unecht für echt:

Betrogen die's von ihm erhält,

Ihr ists zu klein und schlecht.

Betrogen aber bitterlich,

Die ihn geliebet hat --

Er nimmt den Schmuck und eilet sich,

Und dankt ihr für den Rath.

Er hat sie doch einmal geküßt,

Daß sie geliebt sich meint;

Sie gehet wo es finster ist,

Und sitzet da und weint.