Herbst ist's, ade

W. Heiser

Der Herbstwind durch die Blätter geht,

die Schwalbe zieht, mein Herz ist wund.

Es klingt in mir wie ein Gebet;

ich denke dein von Herzensgrund,

ob auch die Blätter fallen ab.

Der Herbst sich zeigt, wohin ich seh';

mit Liebe, die dir alles gab,

die Schwalbe zieht - leb' wohl, ade!

Ich hielt in deinen Armen Rast,

unsagbar war in mir der Schmerz.

Du sprachst: „Wenn du zu weinen hast,

dann flüchte wieder an mein Herz.

Mein Herz lass deine Heimat sein,

ist es auch Herbst, ob ich auch geh'.“

Nun steh' ich mutterseel' allein;

die Schwalbe zieht - leb' wohl, ade!

„Wenn dich ein heißer Schmerz erfasst,

dann komm,“ sprachst du, „zu mir, zu mir!“

Die Schwalbe hält am Dache Rast;

wie gern' zög' ich mit ihr zu dir!

Herbst ist's, die Blätter fallen ab;

ich denke dein, wo ich auch geh'.

Kommst heim du, suche auf mein Grab.

Die Schwalbe zieht - leb' wohl, ade!