Leb' wohl, Marie

W. Heiser

Ein dunkler Stern lenkt mein Geschick,

Leb' wohl, leb' wohl, Marie!

Mein Herz ist schwer und feucht mein Blick,

So weh war mir noch nie.

Am Himmel zieh'n der Wolken viel,

Der Wind weht durch die Haide kühl,

Die Sonne will nun untergeh'n, --

Leb' wohl auf Nimmerwiederseh'n!

Mein Bild wird bald vergessen sein,

Leb' wohl, leb' wohl, Marie!

Doch Dein's grub in mein Herz sich ein

Und Dich vergess' ich nie.

Wohin ich geh', auf Land und Meer,

Wo ich auch ende, hoffnungsleer,

Du wirst im Herzen mit mir geh'n, --

Leb' wohl auf Nimmerwiederseh'n!

Vielleicht spielt einst nach langer Zeit, --

Leb' wohl, leb' wohl, Marie!

Ein Spielmann dieses Lied voll Leid

Vor Deinem Fenster früh.

Dann denk', es ist mein letzter Gruß,

Auf Deine Stirn ein heißer Kuß,

Von meinem Geist ein lindes Weh'n, --

Leb' wohl auf Nimmerwiederseh'n!