O lass mich in den Glanz des Auges schauen

W. Heiser

Des Liebchens Hände hielt ich fest umschlungen

Und preßte glühend sie an meine Brust,

Sie aber hat ein einfach Lied gesungen

Voll Heiterkeit, voll froher Jugendlust.

Sie sah auf mich, ihr Aug' begann zu thauen,

Die bleichen Wangen färbte ros'ge Gluth,

Ich mußte in den Glanz des Auges schauen,

Darin des Himmels lichte Bläue ruht.

Und lächelnd bog sie dann das Haupt hernieder,

So daß der Locken Fülle niederrollt,

Ich dachte nicht der harmlos stillen Lieder,

Ich spielte mit der Locken weichem Gold.

All, all mein Glück kann ich auf dich nur bauen,

Mit treuem Sinne und mit frohem Muth, --

Ich mußte in den Glanz des Auges schauen,

Darin des Himmels lichte Bläue ruht.

Und wird dies Auge sich denn nimmer feuchten?

Wird's ewig strahlen mit dem linden Schein?

Wird mir der Stern auf allen Wegen leuchten

Und meinem Leben seinen Glanz verleihn?

Er wird's, er wird's, komm laß uns Hütten bauen,

D'rin weilt so gern ein Herz, das fromm und gut, --

Und ewig laß mich in dein Auge schauen,

Darin des Himmels lichte Bläue ruht.