Ostern

W. Heiser

Ostern, Ostern, Fest der Wonne,

heil'ger Auferstehungstag,

weckst die Keime in den Grüften,

mit den Blüten, mit den Düften

rufst die Menschenherzen wach!

Lange in des Winters Armen

schlief die Welt in Todesnacht,

träumte von des Lenzes Sonne,

Lerchenjubel, Maienwonne,

von verscholl'ner Märchenpracht.

Da zog es mit einem Male

ahnungsschauernd durch das Land,

und die Welt erwacht vom Traume,

und die Knospe schwillt am Baume,

und das Eis des Winters schwand.

Osterglocken, Osterglocken,

dringt mir tief ins Herz hinein,

lasst der Sehnsucht Nebel weichen,

glutvoll aus dem Grabe steigen

meiner Liebe Sonnenschein!