Wo dunkle Tannen steh'n

W. Heiser

Ich möchte schlafen geh'n

Dort, wo die Hügel wallen

Und wo die Tannen steh'n,

Da möcht' ich niederfallen

Und, ohne Herzensqual,

Zum allerletzten Mal

Die weißen Wolken seh'n

Und ewig schlafen geh'n.

O, langersehnte Lust,

Die Menschen zu vergessen

Und diese heisse Brust

In kühlem Thau zu netzen!

Ein letzter kurzer Traum

Am stillen Waldessaum

Von Zeiten gar zu schön,

So möcht' ich schlafen geh'n.

Ich habe lang gewacht

In süsser Hoffnung trunken,

Nun ist in Todesnacht

Der Liebe Stern versunken;

Fahr' wohl, du Himmelslicht,

Fürwahr, ich zage nicht:

Wo dunkle Tannen steh'n

Da möcht' ich schlafen geh'n.