Zieht im Herbst die Lerche fort
W. Heiser
Zieht im Herbst die Lerche fort
singt sie leis': Ade!
Willst du noch von mir ein Wort
eh' ich von dir geh?
Sieh die Träne, wie sie quillt
höre, was sie spricht:
Lieder hat die Lerche wohl,
Tränen hat sie nicht
Ist mir doch das Herz so bang,
dass ich scheiden muss!
Drückte noch auf Lipp' und Wang'
gern der Liebe Kuss
Abschied nehm' ich nun von dir,
denn es ruft die Pflicht.
Lieder hat die Lerche wohl,
Küsse hat sie nicht.
Bei des Frühlings Wiederkehr
kommt die Lerch' zurück,
und Erinn'rung bringt sie her
von vergang'nem Glück.
Brächte sie von dir ein Wort
mir so hold und licht!
Lieder hat die Lerche wohl
Grüße hat sie nicht.
Und nach langem Trennungsschmerz
kehr' auch ich zurück,
Sink' ich an dein treues Herz,
lächelt mir dein Blick;
und das Lächeln gleicht der Sonn',
die durch Wolken bricht.
Lieder hat die Lerche wohl
Lächeln hat sie nicht.