Heimathlied
W. Herzberg
Auf der Höhe bin ich gerne,
Auf freier Bergeshöh',
Wo ich hinaus in die Ferne,
In weite Ferne seh'.
Dort, wo im Nebelschleier
Aufsteigt der Berge Grau,
Dahinter, mir lieb und theuer,
Liegt meine Heimathau',
Und alle die lieblichen Räume
Im still beglückten Thal:
Land meiner goldenen Träume,
Dich grüß' ich tausendmal.
Im Thale bin ich gerne,
In friedlicher Waldesruh,
Da strebt mein Sinn zur Ferne,
Zur Ferne der Heimath zu;
Entflohende Jugendgebilde
Ruf' ich mir wieder zurück,
Und zaubere all' die Gefilde
Vor meinen Sehnsuchtsblick;
Und alle die theueren Räume
Durchwall' ich noch einmal:
Land meiner goldenen Träume,
Dich grüß' ich tausendmal.
In der Heimath wär' ich gerne,
Im lieben Vaterhaus,
Doch muß ich hinaus in die Ferne,
In weite Ferne hinaus.
Wohl mag der Blick erschauen
Des Schmucks unendlich viel,
Wohl schön sind fremde Auen
Im leuchtenden Farbenspiel,
Doch kenn' ich schönere Räume
Im still beglückten Thal:
Land meiner goldenen Träume,
Dich grüß' ich tausendmal!