Meine Lust ist leben

Kienzl, Wilhelm

Gute Nacht, ihr Freunde,

ach, wie lebt' ich gern!

Dass die Welt so schön ist,

dank ich Gott dem Herrn.

Dass die Welt so schön ist,

Tut mir bitter weh,

Wenn ich schlafen geh!

Ach, wie möchte' ich einmal

Noch von Bergeshöhn

Meine süße Heimat

Sonnbeleuchtet sehn!

Und den Herrn umarmen

In des Himmels Näh',

Eh' ich schlafen geh.

Wie man abends Kinder

Ernst zu Bette ruft,

Führt der Herr mich schweigend

In die dunkle Gruft.

Meine Lust ist leben,

Doch sein Will' gescheh,

Dass ich schlafen geh!