Soldatentod

W. Rabl

Sie singen viel vom Ruhm der Schlacht,

vom kampf für's Vaterland.

Der Kampf, der war gar schnell vorbracht.

Hier lieg' ich, fühl' am Herzer sacht

des Todes graus'ge Hand.

Ich sucht' ihn nicht nach freier Wahl,

ich floh ihn nicht mit Zagen;

gleich ander'n Opfern, ohne Zahl,

liess ich hinein, zu meiner Qual

und And'rer Qual, mich jagen.

Die Mutter mein, die Liebste mein,

die werden nun bald traurig sein,

wenn meinen Tod sie hören.

Die Mutter mein, die Liebste mein,

die sind mein Vaterland!

Was kümmert mich des Ruhmes Schein,

was kümmert's mich ob dein, ob sein

dies Land mag zugehören?

Arm war ich hier, arm war ich dort,

doch frohen Muth's, in That und Wort,

liebt' ich mein junges Leben.

Die Mutter mein, die Liebte mein,

wie werden die jetzt traurig sein

dass ich es hin mußt' gehen!