Trinklied
W. Sturm
So lang' ich noch am grünen Rhein
ein volles Fass seh' winken,
muss ich von seinem Feuerwein,
ob früh, ob spät, auch trinken.
Und schwatzt die Welt auch dies und das,
ich sag': In vino veritas!
D'rum schenkt nur ein das gold'ne Nass,
wir müssen, müssen trinken!
Nur eins ist wahr, fest halt' ich d'ran
uns lass' mir's nicht verstreiten,
das ist: ein echter dutscher Mann
liebt auch sein Glas zu Zeiten.
Als wack'rer Trinker ist bekannt
der Deutsche ja in Stadt und Land.
Das volle Glas d'rum frisch zur Hand,
heut' wie zu allen Zeiten.
Von nun an bis in Ewigkeit
lasst euch den Trank behagen;
so lang' ihr Rebenfreunde seid,
hat's weiter nichts zu sagen.
Nicht bangt vor Gicht und Zipperlein!
Ja, ja, Gesundheit perlt im Wein!
D'rum Brüder, frisch, schenkt ein, schenkt ein!
Fort, fort mit Grill'n und Klagen!