Du fühlst es nicht

W. Veit

Du weißt es nicht,

Daß ich geheimnißvoll Dich liebe,

Daß meine Seele bei Dir weilt,

Daß fern von Dir die Zeit gefesselt bliebe,

Die nur in Deiner Nähe mir enteilt.

Daß Du mein Stern, mein Augenlicht --

Du weißt es nicht!

Du kennst es nicht,

Was tief im Herzen mir erzittert,

Der Sehnsucht Reiz, der Hoffnung Wahn,

Was mich beseligt, mich erschüttert,

Mich willenlos treibt Deine Bahn.

Was nie erfüllt und nur verspricht --

Du kennst es nicht!

Du fühlst es nicht,

Hingaukelnd an des Lebens Wogen --

Der Lust nur folgend allerwärts,

Von allem Nuen spielend angezogen,

Hast Du für Alles nur ein halbes Herz.

Ob neben Dir in Zweites bricht --

Du fühlst es nicht!