Wanderlied
W. Veit
Morgens früh, bevor es tagt,
Hab' ich mich flink gerührt,
Und habe frisch und unverzagt
Mein Ränzel mir geschnürt.
Wie sollt' ich da nicht fröhlich sein,
Ich bin ein leichtes Blut.
Wer wandern will, Berg aus, Berg ein,
Muß haben frischen Mut.
Die Sorge und der Wandersmann,
Die passen nimmermehr,
Der Wandrer schreitet rasch voran,
Die Sorge schleicht zu schwer.
Ob auch der Himmel trüb' und grau,
Die Sonne ist nicht weit,
Und droben Einer weiß genau,
Wann, daß sie schein', ist Zeit.
Und schein' ich einsam und allein,
Mein Lieb ist doch bei mir.
Mein liebes goldnes Ringelein,
Gemahnt mich für und für.
Im Himmel sichrer Hut bewußt,
Im Herzen frischen Mut,
Und treue Lieb' in treuer Brust,
Wie wandert sich's so gut.