Rosen leuchten, Lilien blinken

W. Voullaire

Rosen leuchten, Lilien blinken,

Wo ich geh' durch's Waldrevier;

Und sie gaukeln und sie winken,

Und sie neigen sich zu mir.

Doch im Laub so fromm verstohlen,

Glänzt ein Blümlein makellos;

Und ich kniee, mir's zu holen,

Doch es drückt sich bang in's Moos.

Sieht mich an mit feuchten Augen

Wie ein banges, fragend Kind:

Ach, was soll denn ich dir taugen,

Wo so stolze Blumen sind?

Doch ich brech's mit trautem Kosen:

Liebes Blümlein, sei nur still!

Laß die Lilien, laß die Rosen!

Breche dich, weil Gott es will.