Triftiger Grund

Walter Rabl

Dirnlein kommt vom Maientanz,

Hat sich müde gesprungen.

Fragt die Mutter, "Wo ist dein Kranz,

Den ich in's Haar dir geschlungen?"

"Als ich schritt durch die Felder hin,

Kam der Wind gefahren,

Riss mir Myrthe und Rosmarin

Ungestüm aus den Haaren."

Macht die Mutter ein ernst Gesicht,

Legt die Stirne in Falten,

"Mädel, hast du zwei Hände nicht

Fest dein Kränzel zu halten?"

"Musste mit beiden Händen just

Meinen Friedel umfassen,

Als wir uns küssten nach Herzenslust. --

Konnt' ich ihn fahren lassen? "