An den Mond
Wilhelm Killmayer
O lieblich klarer Mond, ich denke dran,
wie ich, nun wird's ein Jahr, von diesem Hügel,
das Herz voll Schwermut, zu dir aufgeblickt.
Du schwebtest damals über jenem Walde ganz so wie heut',
wo du ihn voll verklärst; doch nebelhaft und zitternd,
da von Tränen die Wimper überquoll,
erschien dein Bild damals vor meinem Blick;
denn leidvoll war mein Leben,
wie noch heut' und alle Zeit,
o mein geliebter Mond. Und doch erfreut mich Erinn'rung;
denn ich zähle gern,
wie alt mein Kummer wird. O wie so reizend ist's,
in jungen Jahren, wo die Bahn der Hoffnung noch lang
und kurz nur des Erinnerns Pfad,
zurückzudenken an vergang'ne Dinge,
selbst wenn sie trüb sind und das Leid noch währt!