Wie schnell verschwindet

Wilhelm Killmayer

Wie schnell verschwindet

So Licht als Glanz,

Der Morgen findet

Verwelkt den Kranz,

Der gestern glühte

In aller Pracht,

Denn er verblühte

In dunkler Nacht.

Es schwimmt die Welle

Des Lebens hin,

Und färbt sich helle,

Hat's nicht Gewinn;

Die Sonne neiget,

Die Röte flieht,

Der Schatten steiget

Und Dunkel zieht.

So schwimmt die Liebe

Zu Wüsten ab,

Ach, daß sie bliebe

Bis an das Grab!

Doch wir erwachen

Zu tiefer Qual:

Es bricht der Nachen,

Es löscht der Strahl,

Vom schönen Lande

Weit weggebracht

Zum öden Strande,

Wo um uns Nacht.