O Herr, wie nichtig sind all unsere vergänglichen Freuden
William Byrd
O Herr, wie nichtig sind all unsere vergänglichen Freuden;
wie mischt sich Säure in die Süße ihrer Lust;
wie oft sind sie Fortunas Machenschaften ausgesetzt;
zusehends werden sie wie Schnee im Feuer verzehrt.
Da in diesem Leben unsere Freuden nichtig sind,
stelle es mir anheim, o Herr, sie gering zu schätzen.
Wie verlockend sie sich zeigen, wenn der Trieb uns zum Begehren zwingt;
wie sie es verabscheuen, wenn das Herz sie bestimmt.
Wie Hab und Gut scheinbar nichts mehr wert sind,
wenn gieriger Sinn stets mehr begehrt.
Da in diesem Leben unsere Freuden nichtig sind,
stelle es mir anheim, o Herr, sie gering zu schätzen.
Welcher Prinz ist so groß, als dass er nicht noch mehr wollte;
welcher Mensch so reich, als dass er nicht mehr begehrte;
wen hat das Glück jemals so günstig beschieden,
dass es ihm Seelenruhe geschenkt hätte.
Da in diesem Leben unsere Freuden nichtig sind,
stelle es mir anheim, o Herr, sie gering zu schätzen.