Marienkirche zu Danzig im Gerüst

Yrjö Henrik Kilpinen

Du Trotz des Glaubens! Du behelmtes Haupt!

Burg Gottes, schwer getürmt in schwerem Himmel.

Wie stehst Du, glockenstumm und klangberaubt.

Gefesselter! In Dein Gerüst geschlagen,

hoch trauernd über Deiner Stadt Gewimmel,

wo eng die Dächer schiefe Giebel tragen,

von altem Stolz und altem Prunke schwer.

Will unsichtbar Dich Feindeshaß zernagen,

aus dunklem Fluß und stürmelosem Meer

aufbrauender Nebel? Will Dein Bau zerfallen,

Du deutscher Dom? Doch Deines Schweigens Stimme hör' ich schallen:

"Wie ich gewesen, werd ich wieder frei!

Bald sollen wieder meine Glocken hallen.

Denn mein Jahrtausend ging noch nicht vorbei."