Erste Liebe

A. Bungert

So hat noch Niemand mit mir gethan.

An beiden Händen faßt' er mich an

Und schaute mir in die Seele

So unwiderstehlich, so tief herein,

Als wollt' er spähn, ob ein Fältelein

Ihm etwas noch verhehle.

So hat noch Niemand zu mir gesagt.

Was ich gejubelt, was ich geklagt,

Das schläft nun in seinem Herzen.

Drum ist mir's dadrinnen wie ein Traum:

Ob ich's noch selbst bin, ich weiß es kaum,

Mich blendet's wie Weihnachtskerzen.

So hat auch noch Niemand mich geküsst,

Nicht Vater noch Mutter am heiligen Christ.

Ach, alle die Liebesgaben,

Wie gäb' ich sie gerne den Kindern hin,

So selig und fröhlich, so reich ich bin

Darf ich den Einen nur haben!