Wer's nur verstände
A. Bungert
Was ist gescheh'n? Was ist gescheh'n?
(Halblaut, wie flüsternd)
Die Sträucher und Bäum und Blumen und Gras
Sie haben mitsammen, ich weiß nicht was.
Der Schmetterling flattert von Ort zu Ort,
Er flüstert der Primel manch heimlich Wort,
Und die Primel muß es der Tulpe sagen,
Und die Tulpe muß die Aurikel befragen --
Das wispert ohn' Ende!
Wunderlich! Wunderlich!
Wer's nur verstände!
Was ist gescheh'n? Was ist gescheh'n?
(Lauter, als vorher)
Das Fröschlein ruft aus dem Weiher herauf,
Da schauert die Birke vor Freuden auf;
Und die Vögel schwirren ohn' Ruh' und Rast --
Und rufen und singen von Ast zu Ast,
[Das ist ein Gewirre, das ist ein Gewimmel
Auf grüner Erde, am blauen Himmel,]
Das hat kein Ende!
Wunderlich, wunderlich!
Wer's nur verstände!
Was ist gescheh'n? Was ist gescheh'n?
(Wieder halblaut, wie verwundert)
Dort steht ein Paar an dem Gartenthor.
Sie sagen sich wichtige Dinge ins Ohr; --
Und drüben am Hause, da winkt es hinauf,
Und leise thut sich ein Fenster auf.
Still wird's auf Erden und still am Himmel,
(Seufzend)
Nur mir im Herzen bleibt das Gewimmel].
Wer macht ihm ein Ende?
Wunderlich, wunderlich!
Wer's nur verstände!