Sie sagten ihr Glück nicht leise noch laut
A. Bungert
Sie sprach zu ihm so wundertönig,
Sie streichelte lind sein wirres Haar,
Vis trunken der kranke Geisterkönig
An ihrem Busen entschlummert war.
So wachte die allerschönste der Frauen,
So scheuchte sie den düstern Sinn,
Den trotzigen Adler von seinen Brauen,
Und setzte die Taube des Friedens hin.
Sie preßte zehn Lilien auf seine Locken,
Zwei brennende Rosen auf seinen Mund,
Auf schlug er das Auge, süß erschrocken,
Und ward für alle Zeiten gesund.
Sie schwuren sich keine Liebeseide,
Sie sagten ihr Glück nicht leise noch laut,
Nur die duftige Lenznacht hat sie Beide
Die Hände falten und beten geschaut.