Segen der Schönheit

A. Bungert

Wandl' ich sinnend über den lauten Marktplatz,

Wo des Volks sich drängender Schwarm die trüben

Wellen wälzt, da fühl' ich mich einsam, seufze,

Finde die Welt rings

Leer und schal. Doch taucht aus der Menge plötzlich,

Aus dem trüben Larvengewühl ein helles

Frauenantlitz, das wie ein selig Wunder

Milde mich anstralt,

Und dem Blick dann ebenso rasch entschwebt ist:

O wie rasch auch ist mir das Herz verwandelt!

Nimmer sang' und sagt' ich, wie mir geschieht, es

Glänzen die Blicke

Mir, das Blut wallt freier, ich hege wandelnd

Holden Trost und staune, wie süß der Schönheit

Segen niederthauet, und lieb und schön ist

Wieder die Welt mir.