Singend über die Haide

A. Bungert

Singend über die Heide

Steigen Lerchen empor,

Goldige Knospen der Weide

Dringen am Ufer hervor.

Und der Himmel so wunderblau

Allüberall hellsonnige Schau!

Ich und mein Lieb, wir beide

Wandeln durch sprießendes Rohr.

Karge Worts ist der Kummer,

Zehrend in tiefer Brust;

Aber noch tausendmal stummer

Ist unsägliche Lust:

"Ich bin ja dein Kind und du bist mein!"

Das mag ihr einziges Wörtlein sein!

Hat doch kein Weiser, kein Dummer

Jemand ein bessres gewußt.

Wolken über uns schwellen,

Kaumß daß ein Windzug sie blies;

Traumaft schwatzen die Wellen

Über dem farbigen Kies.

Ferne nur, ferne noch Lerchenlied, --

Seliges Schweigen die Seele durchzieht,

Engel erschließen die hellen

Pforten zum Paradies.