Dore am Bühl
A. Cramer
O Dore am Bühl wie bleich bist du,
dein Schuh ist nicht mehr blankl
O, Nachbar vom Anger, wie geht es zu?
Die Mutter ist so krank,
hab' keine Zeit, muß warten und pflegen,
muß Schemel rücken und Kissen legen.
O Dore, ich kan dich bleich nicht seh'n,
geh durch das Gras im Tau,
und laß die Blässe dir vergeh'n,
ich pflege die kranke Frau;
und kommst du wieder gesund herein,
dann pflegst du sie nicht mehr allein.
O Nachbar und stirbt die Mutter mir,
wer soll mir Tröster sein?
O Dore am Bühl ich steh bei dir,
dann weinen wir zu Zwei'n,
und nimmst du fürlieb, so hast du mich,
und auf den Händen trag' ich dich!