Die Nacht ist schwarz und es heult

A. Fielitz

Die Nacht ist schwarz und es heult der Sturm,

die Blätter wirbeln im Kreise,

es flüstert und kichert und höhnt durch den Wald:

„Schön Gretlein, Glück auf die Reise!

Der See ist tief und die Wellen sind falsch!”

„So falsch nicht wie Menschenherzen!”

„Sie werden dich wunden, du junges Blut!”

„So wild nicht wie Liebesschmerzen!”

„Sie geben dich nimmer zurück ans Licht!”

„Zu tief nicht bergen sie Schande.

Sie spülen den treulosen Kuss hinweg,

der süß auf den Lippen mir brannte!

O holdeste Liebesseligkeit,

wer kann deine Wonne preisen?

O sehnendes, sehnendes Liebesweh',

wie kannst du das Herz zerreißen!

Ein Sprung in die Tief', und es ist vorbei!

Wie dunkel, wie schaurig, o Gott!

Allewiger über dem Sternenzelt,

erbarme dich meiner Not!”