Der Fahnenträger

A. Gebhardt

Die Andern fühlen alles an sich rauh

und ohne Anteil: Eisen, Zeug und Leder.

Zwar manchmal schmeichelt eine weiche Feder,

doch sehr allein und lieb-los ist ein jeder;

er aber trägt - als trüg er eine Frau -

die Fahne in dem feierlichen Kleide.

Dicht hinter ihm geht ihre schwere Seide,

die manchmal über seine Hände fließt.

Er kann allein, wenn er die Augen schließt,

ein Lächeln sehn: er darf sie nicht verlassen. -

Und wenn es kommt in blitzenden Kürassen

und nach ihr greift und ringt und will sie fassen -:

dann darf er sie abreißen von dem Stocke

als riss er sie aus ihrem Mädchentum,

um sie zu halten unterm Waffenrocke.

Und für die Andern ist das Mut und Ruhm.