Ach ihr lieben Äuglein

A. Jensen

Ach ihr lieben Äuglein,

ach ihr blauen Äuglein,

gebe doch der Himmel,

daß ihr mein gedenkt!

Da ich kam zu scheiden

und zuletzt an deine Tür zu klopfen,

aus den Äuglein beiden

stürzten bitterliche Tropfen.

Ach! ein Todesleiden!

Wenn du schlafen gehst,

wenn du frühe auf vom Lager stehst.

Gebe doch der Himmel,

Daß du mein gedenkst!

Ach, daß ich nur wüsste,

wo nun deine Blicke sich ergehen,

daß ein Windeswehen

mir ein jedes Seufzen künden müsste,

künden, ob die jungen Brüste

noch so schmerzlich wogen,

weil der liebste Mann hinweggezogen!

Gebe doch der Himmel,

Daß du mein gedenkst!

Keine Stunde trüge

ich dies Schweifen so im dunkeln Schmerzen,

ohne daß mein Herze

nach dem Lichte seines Lebens früge.

Äuglein, wenn ich lüge,

bittet Gott, daß mich der Blitz erschlage!

Wenn ich lautre Wahrheit sage,

Gebe doch der Himmel,

Daß ihr mein gedenkt.